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50’000 Zeichen in sieben Sätzen

Von Philipp Meier 12. September 2013 6 Kommentare

Philipp Meier, erster BlogpostFür diesen Blogeintrag kriege ich hundert Franken. Wenn ich bedenke, dass ich dabei ziemlich freie Hand habe (ausser der enorm disziplinierend wirkenden Rechtschreibung) finde ich das eine angemessene Entschädigung. Weil dieser Eintrag exklusiv sein muss und ich eine vergleichsweise grosse Social-Media-Reichweite habe, ist diese Entschädigung eher an der unteren Grenze (um es diplomatisch zu formulieren).

 

Mit diesem ersten Blogeintrag versuche ich nun, das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag auszuloten. Sprich: Ich versuche mit möglichst wenig Sätzen einen möglichst langen Text zu schreiben und mich nebenher auch noch etwas vorzustellen. Here we go! (Anglizismen, i like!)

Mit dem Manifest der Party Partei habe ich vor gut einem Jahr meinen Blog milieukoenig gestartet. Kurz darauf rechnete ich mit der «Generation Institution» ab, die in Zürich ein Haus der Generationen lancieren wollte. Am meisten Beachtung erhielt wenig später der Eintrag mit dem Titel «10 Gründe, die gegen eine Kunsthauserweiterung sprechen». Als Berufskollege, der fast gleichzeitig sein Amt aufgeben musste, schrieb ich einen offenen Brief an Christoph Mörgeli. Im Gegensatz zu ihm machte ich mich auf die Suche nach neuen Arbeitsfeldern und fand sie in Form von «Kunstvermittlung im Zeitalter von Social Media», «Kunstvermittlung im Zeitalter der Clubkultur» und «Wie geht (so etwas wie) Onlinejournalismus?». Dank dem RAV, der ZHdK und Streuplan ist meine Familie bis heute nicht verhungert; und es ist gut möglich, dass ich hier bald meine neue Vollzeitarbeitgeberin präsentieren kann. Stay tuned! (Anglizismen, you know)

Ihr werdet es kaum glauben, aber diese sieben Sätze bilden einen Text von rund 50’000 Zeichen. Will sagen, sie verlinken auf Texte im Gesamtumfang dieser Zeichenzahl. So was ist nur im WorldWideWeb möglich. Ein Hyperlink (so werden diese Verlinkungen genannt) ist eine Verknüpfung, einer Fussnote nicht unähnlich, jedoch viel ungebundener, als wenn sie auf Papier gedruckt wird.

Wer auf solche Hyperlinks klickt, verschwindet von der bisherigen Oberfläche und landet auf einer anderen Oberfläche; meistens auf einer neuen Website. So gesehen unterwandern sie Hierarchien, weshalb klassische Medienunternehmen sie nicht mögen, denn der Leser oder die Leserin verschwindet mit einem Klick.

Wer mich ein bisschen kennt, wird nicht weiter erstaunt sein, dass mich am Hyperlink genau dieser subversive Ansatz interessiert. Oder am Beispiel dieses Blogeintrages: Ich kriege CHF 100.- und verlinke neunmal meinen Blog. I like! (Anglizismen, …)

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