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Brigitte Federi

34 Blogposts
Brigitte Federi
Brigittes Herz schlug schon früh für ein Leben in der Stadt. Die Poster in ihrem Kinderzimmer zeigten Brooklyn Bridge und Big Ben, leider fand Brigitte später weder in New York noch in London einen See mit Bergsicht. Doch das Gute liegt bekanntlich nah, und so lebt sie heute mit ihrer Familie in Zürich, «der besten Stadt der Welt».


Die glücklichste Baustelle der Welt

Von Brigitte Federi 25. Juni 2015 Keine Kommentare

Wir waren im Deutschunterricht für Fremdsprachige bei dem Wort Baustelle angelangt. Ich erklärte, dass es dort Bauarbeiter gäbe, dass das dazugehörende Verb bauen heisse, und – auf Anfrage einer Kursteilnehmerin – dass der Bauer nichts mit der ganzen Sache zu tun habe, sondern auf den Bauernhof gehöre. Dann schloss ich meine Erklärung mit dem Beispielsatz «Zürich ist im Sommer eine Baustelle». Das Gelächter der Klasse zeigte, dass sie die Bedeutung des Wortes verstanden hatten. 

Im Selbstoptimierungs­wahn

Von Brigitte Federi 20. Mai 2015 Keine Kommentare

Wir sollen uns im Griff haben: Pro Tag mindestens 10’000 Schritte gehen, dreimal pro Woche Sport treiben und uns ansonsten einmal im Tag für mindestens 30 Minuten zügig bewegen. Genügend Flüssigkeit (sprich: Wasser) trinken und nicht mehr als die Anzahl Kalorien zu uns nehmen, die uns für unsere Grösse, Alter und Geschlecht zusteht.  

Urban Gardening: Mehr als nur ein Agendaeintrag

Von Brigitte Federi 5. Mai 2015 Keine Kommentare

Von der selbstgezogenen Tomatenstaude auf dem Balkon über gemeinschaftliche Quartiergärten bis hin zum klassischen Schreber- bzw. Familiengarten – wir Stadtzürcher haben verschiedene Möglichkeiten, den aktuellen Trend des Urban Gardening zu pflegen. Gerade in den Familiengärten kommt es aber immer wieder zu Konflikten mit den Alteingesessenen.  

Ein Gruss aus dem Aargau?

Von Brigitte Federi 23. April 2015 2 Kommentare

Beschämend, aber wohl bezeichnend für die heutige Zeit ist, dass ich von gewissen Dingen aus meiner unmittelbaren Umgebung manchmal erst aus den Medien erfahre. Dinge, die ich schon längst entdeckt haben könnte, wenn ich im Tram weniger auf mein Handy starren und mehr aus dem Fenster schauen würde. 

Meine Wohnung ist kein Psychogramm

Von Brigitte Federi 27. März 2015 1 Kommentar

«Zeig mir wie du wohnst, und ich sag dir, wer du bist.» Ich weiss nicht, ob dieser Satz aus dem Ikea-Katalog oder einem Psychologieratgeber stammt, aber ich möchte darauf gerne wie folgt antworten: «Das gilt bei mir nicht, ich habe ein Kind!» 

Zürich-Einsiedeln retour

Von Brigitte Federi 12. März 2015 Keine Kommentare

Neulich musste ich an meine Nachbarin denken, eine Frau Mitte siebzig. Sie und ihr etwas älterer Mann hatten sich in Zürich kennengelernt und hier auch ihre drei Kinder grossgezogen. Nachdem der Jüngste ausgezogen war, machten die beiden sich Gedanken über einen Umzug in eine kleinere Wohnung. Und stellten dabei auch den Wohnort Zürich in Frage. «Wir waren inzwischen ja auch schon ein bisschen älter, das Tempo der Stadt schien immer schneller zu werden, und wir überlegten uns, ob es nicht vielleicht Zeit wäre für etwas ganz anderes. Ein Leben auf dem Land.» 

Das digitale Ortsmuseum

Von Brigitte Federi 26. Februar 2015 Keine Kommentare

Es ist bekanntlich nicht schwierig, sich beim Surfen zu verlieren. Mir ist es vor einigen Tagen wieder einmal passiert, als ich in Facebook auf eine Gruppe stiess, in der sich Leute austauschen, die im Kreis 3 aufgewachsen sind. Da gehöre ich zwar nicht dazu, aber «mein» Kreis ist mir in den über 15 Jahren, in denen ich in Zürich wohne, doch sehr ans Herz gewachsen. Zudem wächst mein Sohn hier auf, und je älter er wird, desto mehr fühlt auch er sich als «Wiediker». 

Das städtische Glück der Menschenleere

Von Brigitte Federi 13. Februar 2015 2 Kommentare

Wahrscheinlich kennt Ihr die Situation: Ihr seid auf einer Wanderung in den Bergen, seit langer Zeit geht es steil bergauf, aber Ihr wisst, bald ist das Ziel erreicht. Nur noch ein letztes Stück, dann liegt die Hochebene mit dem kühlenden Bergsee vor Euch. Oben angekommen, folgt dann die grosse Enttäuschung, lautes Stimmgewirr empfängt Euch, am Wasser ist kein Platz mehr frei. Ihr seid nicht die Einzigen mit dieser Ausflugsidee gewesen. Berge und Menschenmassen, das passt nicht in unsere Vorstellung von Bergfolklorismus.  

Warum ich doch kein Öko-Gutmensch bin

Von Brigitte Federi 30. Januar 2015 2 Kommentare

Vor vier Monaten haben wir unser Auto verkauft. Viel gab es nicht mehr her – was auch der Hauptgrund war, wieso wir es loswurden. Mit den Garage- und Versicherungskosten und dem anstehenden Service hatte es uns zu lange schon mehr gekostet als gebracht. Und so gehören wir seit Ende September zu den rund 25% der Zürcher Haushalte, die autofrei sind. Benötigen wir doch mal eines, sind wir in der komfortablen Lage, über Mobility im Umkreis von 500 Metern aus etwa 15 Fahrzeugen eines auswählen zu können.  

Das Revival der Gewürzgurke

Von Brigitte Federi 16. Januar 2015 Keine Kommentare

Zueri Gurken Glas

An Silvester habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Gewürzgurken eingelegt. Wer weiss, wie das geht, wird nun mit den Schultern zucken und «na und» murmeln, ich selbst hatte mir diesen Vorgang bislang aber immer ziemlich kompliziert vorgestellt. An diesem Silvester jedoch schnitt ich eine Salatgurke in Scheiben, kochte sie in einer Mischung aus Wasser, Essig, Zucker und Salz auf, und voilà: hatte meine selbstgemachten Gewürzgurken.  

Mein Yes zum Frühenglisch

Von Brigitte Federi 18. Dezember 2014 Keine Kommentare

«Mami, was heisst Sale?» «Sale? Das ist das italienische Wort für Salz. Hast Du das auf der Salzpackung gelesen?» «Nein, das steht seit einigen Tagen auf ganz vielen Plakaten in Schaufenstern von Kleiderläden.»  

Simplify your Christmas?

Von Brigitte Federi 5. Dezember 2014 Keine Kommentare

Für mich beginnt die Vorweihnachtszeit, wenn sich die ersten Verwandten nach den Geschenkwünschen meines Sohnes erkundigen. Das geschieht meist kurz nach den Herbstferien, etwa dann, wenn in den Läden die ersten Regale mit Weihnachtsschokolade gefüllt werden. Also viel zu früh. 

Ein für immer verlorener Luxus: die Weltgeschichte zu verschlafen

Von Brigitte Federi 21. November 2014 Keine Kommentare

Als am 9. November 1989 in Berlin die Mauer fiel, war ich in Amsterdam. Am späten Nachmittag des 10. Novembers machte ich mich dort auf die Suche nach einer deutschsprachigen Zeitung; mir waren die Kiosk-Aushänge mit den Wörtern «Berlin» und «Muur» aufgefallen und ich wollte wissen, was es damit auf sich hatte. Wieder zu Hause, verbrachte ich die nächsten Tage hauptsächlich vor dem Fernseher – so viel schien mir entgangen zu sein, hatte ich aufzuholen. 

Die Zeitmaschine am Goldbrunnenplatz

Von Brigitte Federi 30. Oktober 2014 6 Kommentare

Fotoautomat. Bild: Brigitte FederiEr ist ein Unikum und erinnert an vergangene Zeiten: Der Fotoautomat an der Goldbrunnenstrasse in Wiedikon. Für mich hat er ein bisschen etwas von einer Zeitmaschine; ich setze mich auf den wackeligen Drehstuhl, überprüfe die Augenhöhe, werfe den Einfränkler ein, und schon wenige Sekunden später blitzt es zum ersten Mal. Zwischen den drei nächsten Blitzen habe ich kurz Zeit, mich in andere Posen zu werfen, muss dabei aber aufpassen, dass ich nicht blinzle.

Bei der ersten Versuchsreihe waren meine Augen auf zwei von vier Bildern nämlich geschlossen. 

Wann Sommer ist, bestimme ich

Von Brigitte Federi 1. Oktober 2014 Keine Kommentare

Badi Heuried. Bild: Brigitte FederiEs war an einem Sonntagnachmittag Ende August, als ich realisierte, dass ich die Kosten für mein im Mai voller Hoffnung gekaufte Badi-Saisonabo in diesem Jahr nicht herausholen würde.

Ich ärgerte mich über den schlechten Sommer und auch darüber, dass nun wieder acht Monate vergehen würden bis zum nächsten Saisonstart. Wo mir die Tage, an denen ich im See schwimme, doch die liebsten sind.