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Wahlbeobachter René Scheu

8 Blogposts
René Scheu, Wahlbeobachter

René Scheu ist Herausgeber und Chefredaktor des liberalen Debattenmagazins «Schweizer Monat» und Gastkolumnist der «NZZ am Sonntag». Während und nach seiner Promotion in zeitgenössischer italienischer Philosophie schrieb er für das «St. Galler Tagblatt», in dem er sein Terrain erstmals weiträumig absteckte: das grosse Gespräch. Heute arbeitet er an den Begriffen «liberal», «Freiheit» und «Wohlstand» und beschreibt mit bösem Blick gesellschaftsübergreifende Wahrnehmungsverzerrungen.


Wahlbeobachter

Zürich, die gemästete Gans

Von René Scheu 13. März 2014 Keine Kommentare

Es kam, wie es kommen musste. Corine Mauch, die Kluge, ist als Stadtpräsidentin bestätigt. Filippo Leutenegger, der simpatico, hat es in den Stadtrat geschafft. Alle sind zufrieden. Alle lächeln. Alle klopfen sich auf die Schultern. Alles geht seinen Gang. Alles geht wie bisher – bis es eines Tages nicht mehr geht wie bisher.

Die Gans, die  gemästet wird, fühlt sich bekanntlich, als würde sie im Paradies leben. Jeder Tag bringt noch mehr, noch besseres Essen, noch zufriedenere Gesichter, die sie anlächeln, noch sanftere Hände, die sie streicheln – bis der Tag kommt, an dem der Metzger mit dem Beil zum grossen Schwung ausholt. 

Wahlbeobachter

Meisterin des nüchternen Lächelns contra Strahlemann

Von René Scheu 29. Januar 2014 3 Kommentare

Eigentlich ist alles gesagt. Und eigentlich wissen alle: Corine Mauch ist die alte und die neue Stadtpräsidentin! Herzliche Gratulation.

Sie, die von Medienvertretern wie mir gerne als graue Maus beschrieben wird, hat es den Vielundgerneschreibern gezeigt. Ihre nüchternen Auftritte kontrastieren mit der Originalität-ist-alles-Haltung vieler Zürcher bzw. mit jener ihrer selbsternannten Fürsprecher. Unangenehme Bemerkungen lächelt sie einfach weg. Im Weglächeln hat sie eine Meisterschaft entwickelt, die ihresgleichen sucht. Selbst tiefbürgerliche Wähler sagen mir anerkennend: «Frau Mauch macht ihren Job erstaunlich gut.» 

Wahlbeobachter

Alles Bünzli oder was?

Von René Scheu 10. Januar 2014 4 Kommentare

Filippo LeuteneggerEin aktueller Schnappschuss aus Zürich. Was will uns die Kombination genau sagen?

Filippo Leutenegger soll Stapi werden. Der Mensch. Der Entertainer. Der simpatico. Der Filippo, den alle kennen. Der mit allen per Du ist. Der «einer von uns» ist. 

Wahlbeobachter

Lieber klein als kolossal oder Der Strauhof als Chance

Von René Scheu 29. November 2013 Keine Kommentare

Zuerst das Bekenntnis, dann die Moral: Ich bin ein kulturinteressierter Mensch, hege aber eine gewisse Grundskepsis gegenüber Segnungen in Form staatlicher Kultursubventionen. 

Wahlbeobachter

An die künftig Regierenden

Von René Scheu 20. November 2013 Keine Kommentare

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Einige gedichtartige Assoziationen aus aktuellem Anlass

In die Regierung
wollen sie alle und freuen sich
sehr und schweigen.

Zürich, Stadt am Fluss,
voller Pfründe und Gaben,
ohne dein Zutun. 

Wahlbeobachter

Die Exoten

Von René Scheu 15. November 2013 Keine Kommentare

Schöne Wahlkampfstimmung kommt auch nach ersten Wahlkampfauftritten noch nicht auf. Der begründete Verdacht der Wahlbeobachter scheint sich vorerst zu bestätigen: Alle wollen irgendwie mit allen, weil sich – rein denklogisch betrachtet – alle nur so alle Optionen offen halten können. 

Wahlbeobachter

Eine ernsthaft-grün-nachhaltige Sicht auf den Weihnachts­mann

Von René Scheu 7. November 2013 Keine Kommentare

Markus Knauss, Stadtratskandidat für die Grünen, replizierte auf meinen ersten Blog und notierte zum Schluss einen bedenkenswerten Satz: «Ich glaube an die Gestaltungskraft der Politik und darum stelle ich mich zur Wahl.»

So viel Idealismus ist zweifellos ehrenhaft und die Voraussetzung für ernstgemeintes politisches Engagement. 

Wahlbeobachter

Block gegen Block – oder bloss viel Blabla?

Von René Scheu 31. Oktober 2013 4 Kommentare

Ich bin nicht wirklich ein Städter. Auch wenn ich mittendrin stehe, fühle ich mich eher wie ein Beobachter des städtischen Treibens denn als einer, der Teil davon ist. Aber ja, ich habe die Schulen in Zürich besucht, und ich arbeite auch in der Stadt, in der Huldrych Zwingli einst das Evangelium verkündete. Deshalb mime ich ihn gern, den Stadtblogger, oder genauer: den Stadtratsblogger, oder noch genauer: Stadtratswahlblogger.