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Winterreden 2016: Pedro Lenz

Von Pedro Lenz 7. Januar 2016 Keine Kommentare

Liebi Zürcherinnen,

liebi Zürcher,

härzlech wüukomme

zu dere chline Winterred

hütt am Obe do z Züri,

es isch mer e Fröid,

e Fröid und en Ehr,

hie z Züri us däm Erker

zu öich dörfe z rede,

i rede drum gärn

und i rede gärn z Züri,

bi immer gärn z Züri. 

Winterreden 2016: Suzan LeVine

Von Suzan LeVine 5. Januar 2016 Keine Kommentare

Hope Lives but it Needs Your Help

Romeo, Romeo wherefore art thou Romeo?

Oh – sorry – the last time I saw a window and balcony used for an address, it was for Shakespeare….

Thank you so much to the City of Zurich and the Zentrum Karl der Grosse for the honor of having this Window of Opportunity to speak to the Swiss people in this forum and to kick off the Winterrede series. 

Züri-Saga Teil 4: Vorläufiges Finale

Von Kaspar Schnetzler 5. Januar 2016 Keine Kommentare

DER TRADITIONELLE ZÜRCHER RATSHERRENTOPF
Ein kulinarischer Aspekt der Züri-Saga 4

Was bisher geschah, war nicht mehr wie früher.

Zwar war es auf den ersten Blick, wie es in Zürich immer war, wenn man der Tradition folgte. Die Herren sassen oben, auf der Estrade im Karli nämlich, und redeten wie seit Jahrhunderten über die da unten – über die Punks und Hippies, zum Beispiel, die sich zu ihrer Zeit, die schon lange in die Nostalgie abgetaucht ist, eine Schlacht im Dynamo an der Limmat unten lieferten. Und über den Leiter dieses Kraftortes, wie er Frieden unter diese Menschen brachte.
Aber wie früher war es trotzdem nicht. Einer von den Zürcher Herren redete Baseldytsch, und Frauen sassen auch bei den Herren oben und redeten wie sie. Über die Frauen da unten. 

Züri-Saga Teil 3: Was bisher geschah

Von Daniel Mezger 4. Januar 2016 Keine Kommentare

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Abend dann doch noch ganz schön wurde. Nach den Unannehmlichkeiten da in der Stüssihofstatt war er dann ja zum Glück doch noch nicht zu Ende. Es ging dann ja erstmal noch weiter, erst in die Kronenhallenbar, die lag ja damals noch da hinten oben, Elsässergasse 162, unten im Keller, man musste den Klingelcode kennen, um eingelassen werden, fünfmal lang, achtmal kurz, dreizehnmal lang, dann durfte man rein, ja, die illegalen Bars, das war das, was Zürich ausmachte, damals, und das waren noch die guten Zeiten, denn die Zeiten waren alt und wir waren noch jung. Und anschliessend ging es dann ja noch ins Odéon, das hatte damals noch länger auf und man durfte auch noch rauchen und es lag damals ja noch unten an der Riviera, wer weiss denn heute noch, wo die Riviera liegt? Und warum die Eltern unserer Eltern unseren Eltern gesagt hatten, sie dürften da nicht hin. Rauchen und Trinken und Rumlungern war ja damals noch verboten. Und wir rauchten und tranken und lungerten rum, bis auch das Odéon schloss, aber zusammenfassend kann man sagen, dass es doch noch ganz nett wurde, denn es ging ja dann erstmal noch weiter, noch kurz in die Gräblibar, die lag ja damals noch ganz woanders, aber ganz genau könnten wir nun auch nicht mehr beschreiben wo, denn der Abend wurde eher noch spät und es ging dann mit dem ersten Tram nach Hause, denn Zürich liegt nun mal nicht gänzlich im Dörfli, auch wenn uns viel am Dörfli liegt und seinen Dörfligeschichten. 

Züri-Saga Teil 2: Was bisher geschah

Von Silvia Tschui 4. Januar 2016 Keine Kommentare

Folgende Elemente wurden verbraten:

existentielle Angst nackt vor dem kühlschrank
raketenbauteile aus tschetschenien
ein schickliches Begräbnis
streetparade marek krynski verdient einen gewaltsamen Tod
strassenbütschgi
rosa papierflieger

was bisher geschah… 

Züri-Saga Teil 1: Was bisher geschah

Von Philippe Heule 14. Dezember 2015 Keine Kommentare

Was bisher geschah, das passt auf kein Papier dieser Welt und auf keine Kuhaut, keine Tafel ist lang genug dafür, jede Nacht ist zu kurz und jeder Raum, ausser der Weltraum vielleicht, zu klein, aber die Sehnsucht nach einem Überblick davon, was bisher geschah, einem erklärten Zusammenhang bleibt gross und mächtig. Ich werde also einen kleinen Versuch wagen Ersehntes zu erfüllen. Vor gar nicht allzu langer Zeit und also vor ziemlich genau einer Woche, trafen sich an einer langen Tafel, ungefähr so wie jetzt, ein Haufen von verschiedenen Menschen. Es war eine merkwürdige Konstellation von Leuten, die mit dieser Stadt eine gewisse Geschichte verbindet, sei sie lang oder kurz, aber in den meisten Fällen eher lang, für die dieser Ort jedenfalls kein unbeschriebenes Blatt mehr ist, sondern im Gegenteil sprechende Bände. Diese Menschen trafen sich hier und viele trafen sich zum ersten Mal, weil bisher gab es dazu noch keinen triftigen Grund und deshalb brauchte es für ein Aufeinandertreffen diese Veranstaltung, dieses willkürlich erscheinende Schicksal und nur schon darum war dieser Abend aussergewöhnlich. Sie trafen sich zu einem gar ungewöhnlichen und regelrecht unglaublichen Experiment. Viel stand auf dem Spiel an diesem Abend und allem voran die Demokratie, denn so viel wissen wir, der geht es an den Kragen, wenn wir entweder verstummen oder einander nicht mehr zuhören und so war dieser Abend in gewissem Sinne eine nötige und wichtige Gegenmassnahme. 

Karl im Sommer

Von Karl der Grosse 30. Juni 2015 Keine Kommentare
Karls Innenhof im Sommer

Karl der Grosse begibt sich gestaffelt in die Sommerpause. Im Juli, August und September finden keine Veranstaltungen von uns statt.  

Mauern mauern

Von Silvan Gisler 30. Juni 2015 Keine Kommentare

Sie schienen in der Moderne ein überholtes Modell und feiern heute ein vermeintliches Comeback: Wände und Mauern. In den Köpfen aber waren sie wohl nie ganz weg. Sie sind die wichtigste Hürde, welche die liberale Gesellschaft zu überwinden hat.  

Die glücklichste Baustelle der Welt

Von Brigitte Federi 25. Juni 2015 Keine Kommentare

Wir waren im Deutschunterricht für Fremdsprachige bei dem Wort Baustelle angelangt. Ich erklärte, dass es dort Bauarbeiter gäbe, dass das dazugehörende Verb bauen heisse, und – auf Anfrage einer Kursteilnehmerin – dass der Bauer nichts mit der ganzen Sache zu tun habe, sondern auf den Bauernhof gehöre. Dann schloss ich meine Erklärung mit dem Beispielsatz «Zürich ist im Sommer eine Baustelle». Das Gelächter der Klasse zeigte, dass sie die Bedeutung des Wortes verstanden hatten. 

Dritte Runde

Von Felix Ghezzi 18. Juni 2015 4 Kommentare
Bildhalle_FelixGhezzi

Ich bewundere Menschen, die immer ein klares Ziel haben, die sich voll und ganz einer Sache verschreiben können – und dies über Jahre hinweg. Bei mir hingegen verlaufen die Leidenschaften für ein Hobby, ein Projekt oder ein Thema wellenförmig. Ich bin Phasen ausgesetzt: Roman-Lese-Phasen, Serien-Phasen, Tennisspiel-Phasen oder Fotografie-Phasen.  

Das Schweigen brechen

Von Christoph Sigrist 8. Juni 2015 Keine Kommentare

Menschenrechte haben die Menschen aufgestellt, um allen zu zeigen, welche Rechte jedem zustehen sollten. Doch da sind Gitter und Mauern, Stiefel und Folter, Ängste und Armut, Demütigung und Repression, die den Menschen ihre Rechte vorenthalten und sie zum Schweigen bringen. 

Die Schweizer haben ihr -li verloren

Von Silvan Gisler 5. Juni 2015 Keine Kommentare

Wir seien die Weltmeister des Understatements, sagt man. Dabei überschätzen wir uns in jüngster Zeit stetig. Ein wenig kritische Selbstreflexion würde da gut tun.  

Ein Plädoyer für Lärm

Von Silvan Gisler 2. Juni 2015 Keine Kommentare

Über den Lärm, der in den Gassen Zürichs herrscht, wird rege diskutiert. Verfolgt man die Diskussionen, könnte man meinen, dass der Lärm allmählich überhandnimmt. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Die Lebendigkeit der Stadt wird laufend domestiziert. Um dem entgegenzuwirken, bräuchte es radikale Änderungen – zum Beispiel Urbanzonen. 

Stau

Von Christoph Sigrist 27. Mai 2015 Keine Kommentare

Schon wieder ein Wochenende mit Staukolonnen hinter uns. Am Gotthard, am San Bernardino: kilometerlange Autoschlangen. Wartende Autolenker, die ihre Hunde ausführen, ihre Kinder beruhigen, alle eingeklemmt zwischen unbekannten Menschen vor und hinter ihnen, manche fluchend, andere gelassen.  

Trügerische Idylle am Seefeldquai

Von Felix Ghezzi 21. Mai 2015 Keine Kommentare

Schaut man an einem trüben Tag am Zürichhorn auf den See hinaus, sieht man leicht verschwommen die Schiffe vorbeituckern, gegen Horgen scheint sich der See zum Meer zu erweitern. Ein idyllisches Bild.

Weniger beschaulich geht es an schönen Samstag- oder Sonntagnachmittagen zu und her, wenn man am Seeufer vom Bellevue ans Zürichhorn spaziert. Macht einen das Bad in der Menge ganz nervös, aber man möchte beispielsweise Freunden aus dem Ausland das Seebecken zeigen, so ist man froh, wenn man zwischendurch ein ruhiges Plätzchen findet. Genau in der Mitte der Strecke befindet sich eine solche Oase: das Johann Jacobs Museum