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«Bye, Love!» Britischer Charme im ÖV

Von Florina Schwander 28. Januar 2014 2 Kommentare

Baby on boardIn einem früheren Blogpost habe ich Bern mit Zürich verglichen. Nun war ich vor kurzem in London, und dabei sind mir wieder ein paar Unterschiede aufgefallen zwischen meinen zwei Lieblingsstädten – Zürich als meine Lieblingsstadt zum Leben und London als meine Lieblingsstadt zum Ferien Machen.

Grau in Grau sind zurzeit beide Flussstädte, doch gerade bei den öffentlichen Verkehrsmitteln unterscheiden sie sich in einigen Details. Sind bei uns Trams oder Busse zum Beispiel nicht «im Dienst», dann steht meist lapidar «Garage», «Dienstfahrt» oder «Tramdepot» auf der Anzeigetafel. Im Gegenzug fahren in London die Busse mit einem charmanten «Sorry, not in Service» umher.

Ich will mich an dieser Stelle aber auf keinen Fall über die Zürcher ZVV beschweren, im Gegenteil. Denn wie hier auch schon beschrieben, freue ich mich immer sehr über die guten Wünsche übers Mikrofon, wenn die Endhaltestelle erreicht ist oder ein Fahrerwechsel ansteht. Doch wer in London den Bus durch die Fahrertür verlässt, der hört nicht selten ein «Tata» oder gar ein «Bye, Love».

Als ich letzteres zum ersten Mal hörte, bin ich total rot angelaufen aufgrund der unerwarteten Aufmerksamkeit. Als ich dann gemerkt habe, dass jede zweite Person ein «Bye, Love» zu hören bekommt, hat sich das Rot allerdings nicht verflüchtigt, sondern aufgrund der eingebildeten Flirtattacke noch einmal vertieft. Das jüngste Beispiel britischer Charme-Offensive in den ÖV habe ich eben am letzten Wochenende in London erlebt. Schwangere dürfen sich einen weissen Pin mit dem Schriftzug «Baby on Board» abholen – damit darf jeder Fahrgast ohne Fettnäpfchen-Problem einer schwangeren Frau seinen Sitzplatz anbieten.

Ich finde diese Idee ausserordentlich nett und grad zu Rushhour-Zeiten sicherlich sehr hilfreich. Und doch juckt es mich in den Fingern, einen ähnlichen Button zu kreieren mit dem Spruch: «Ich bin nur fett, lasst mich bitte stehen». Vielleicht wäre der dann was für die Zürcher Trams?

2 Kommentare

  • Lala Puschkina

    Scharfsinnige beobachtung, wie immer 😉 und eine bitte: Das button thema vertiefen zb „hab gut laune und alles ist gut“ (was zu anrämpeleien der frustrierten führt) oder „hab schleche laune, bitte nicht anrämpeln“ (zu was führt das?) usw

    • Florina

      Ich wäre zum Beispiel für einen Button: „Nicht stören, bin am Quizduell Spielen!“ 😉

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