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Diagnose: Schlechte Stadt-Land-Balance

Von Felix Ghezzi 7. Januar 2014 1 Kommentar

Ich bin durch und durch ein Stadtmensch. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich die angeblich äusserst prägenden ersten drei Lebensjahre in der Stadt Zürich verbracht habe. Auf jeden Fall bin ich rund zwanzig Jahre später, nach der Ablösung vom Elternhaus, sofort wieder dorthin zurück gezogen. In der Agglo zu bleiben oder gar weiter hinaus aufs Land zu ziehen, darüber musste ich keine Sekunde Gedanken verschwenden, selbst wenn ich dank der S-Bahn mehrere Minuten schneller am HB oder Stadelhofen gewesen wäre als mit dem Tram.

Zum Stadtmenschen gehört jedoch nicht nur der Wohnsitz in einer grösseren Stadt. Sein Leben ist auch geprägt durch diese. Bei mir manifestiert sich das neben dem Arbeitsort vor allem in der Freizeitgestaltung. Während andere für das Wochenende eine Skitour auf den Piz Tambo oder das Lötschentaler Breithorn planen, bin ich gespannt, welche Herausforderungen mich im Kunstmuseum und in Galerien erwarten oder welche Motive beim Flanieren durch die Zwinglistadt vor der Fotokamera auftauchen. Wenn‘s dann noch für einen Spaziergang zur Waid reicht, und mir die ganze Stadt, der See und die Berge bei einem Espresso zu Füssen liegen – umso schöner.

Mit dem Wandern, Skitouren oder mit Aufenthalten auf dem Land und in den Bergen verhält es sich bei mir wie mit dem Sport allgemein: Habe ich kein Fitnessabo mit Fixterminen oder einen Tenniskurs, so zeigt mein Körper keinerlei Entzugserscheinungen. Auch mein Hirn versteht es bestens, die Glücksgefühle nach der vollbrachten Sporttat bereits nach wenigen Tagen zu unterlaufen und mich nicht mal mehr daran zu erinnern, dass es sowas wie Sport gibt und mir dieser durchaus Spass machen kann.

Das Gleiche gilt, wenn ich mich mal dazu aufgerafft habe und einen Berg bestiegen, einen schönen Spaziergang in luftiger Höhe gemacht oder die Seele auf einem Balkon in einem Tessiner Tal baumeln gelassen habe. Ich finde es grossartig und überwältigend. Bin ich dann wieder zurück an der Limmat und habe ich die Wahl zwischen den Kulturmöglichkeiten der Stadt und dem Ausflug ins Grüne, so zieht es mich magnetisch zu Fotoausstellungen, in Kinos, oder mit Freunden oder mit der Zeitung und einem Buch ins nächste Kaffee.

Es liegt auf der Hand: Vielleicht täte innerhalb der «Lebens»-Zeit der bezeichnenderweise Work-Life genannten Balance nicht nur eine Kultur-Sport-Balance, sondern auch eine Stadt-Land-Balance ganz gut. Bisher fehlte mir dazu sozusagen das Land-Abo. Nun endlich habe ich es möglicherweise gefunden: Ich besuche Panzersperren. Sie sind überrascht? Wie es dazu kam, davon erzähle ich Ihnen im nächsten Blogpost.

1 Kommentar

  • […] war mir klar, dass das Aufsuchen der Hindernisse eine hervorragende Gelegenheit ist, endlich meine schlechte Stadt-Land-Balance zu verbessern und bei der Auswahl von 250 bis 300 Sperren in der Schweiz an viele Orte zu kommen, […]

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