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Dieser Blogeintrag is sponsored by Karl der Grosse

Von Philipp Meier 6. Dezember 2013 7 Kommentare

"Schreiben, was ist"Karl der Grosse zahlt mir für diesen Blogeintrag (bekanntlich) hundert Franken. Ich bin also nicht unabhängig. Wäre ich jedoch unabhängig, wenn ich kein Geld kriegen würde? Wohl kaum.

Auch ohne Bezahlung würde ich mich (mit meinen Gedanken) selber vermarkten und mit meinen Statements irgendwelchen Lobbys in die Hand spielen (auch wenn ich mich bemühe, denen eine Stimme zu geben, die keine haben).

Lange döste die Zürcher, respektive Deutschschweizer Medienlandschaft den Schlaf der Selbstgerechten. Unter Innovation verstand man das Einkaufen von Schnäppchenportalen oder die Umwandlung in einen Unterhaltungskonzern. Bis vor ein paar Monaten sahen die meisten Newsportale grösstenteils wie gedruckte Zeitungen aus, was mich an Bilder von den ersten Autos erinnert, die wie Kutschen ohne Pferde aussahen.

Seit der Ankündigung eines reinen Web-Newsportals überschlägt sich die Branche mit Innovationen; oder zumindest mit dem Diskurs dazu. Dabei taucht immer wieder der Begriff «Native Advertising» auf, der am ehesten mit einer bezahlten Publireportage vergleichbar ist. Kurz erklärt bedeutet «Native Advertising», dass ein Unternehmen für einen Artikel innerhalb eines redaktionellen Settings bezahlt.

Dass Firmen redaktionelle oder redaktionsähnliche Inhalte bezahlen, finden viele problematisch. Wenn dies jedoch transparent geschieht, dann sehe ich kein Problem. Niemand von uns ist unabhängig; und so gesehen ist es bei Native Ads sogar am klarsten und transparentesten, woher der (geistige) Wind weht. Bei so genannten unabhängigen Journalisten weiss ich nie, mit wem sie ins (metaphorische) Bett steigen, um zu (be)schreiben was (das) ist (was sie sie uns mitteilen wollen).

Themen:

7 Kommentare

  • Philippe Wampfler

    Da wir uns über dieses Thema schon trefflich gestritten habe, bin ich fast zu einem Kommentar verpflichtet.
    Ich halte das Argument, dass niemand unabhängig sei, für enorm schwach in diesem Zusammenhang. Dass du 100 Franken dafür bekommst, deine Meinung zu notieren, beeinflusst dich nicht genau gleich, wie wenn du als Angestellter eines Newsportals von Werbekunden abhängig bist, und auch nicht gleich stark, wie wenn du dafür bezahlt würdest, damit du in diesem Text bestimmte Links unterbringst, weil irgendjemand scharf auf die Backlinks ist. Dass alle in gleichem Maße in ein »metaphorisches Bett« mit jemandem steigen, halte ich für eine Verschwörungstheorie.
    Transparenz kann das Problem nicht vollständig lösen, das die Vermischung von redaktionellen Inhalten und Werbung mit sich bringt. Nur weil niemand schreiben kann, was ist, sondern immer nur, was er oder sie denkt, dass sei, heißt das nicht, dass es völlig irrelevant ist, wenn jemand etwas schreibt, von dem er oder sie denkt, dass es eben nicht so ist.
    Die Trennung zwischen Werbung – jemand versucht, eine Marke so gut wie möglich darzustellen – und Journalismus – jemand versucht, die Wahrheit so gut wie möglich darzustellen, weil es dafür einen Markt gibt – kann meiner Meinung nicht einfach eingerissen werden, wenn man das transparent tut.
    Anders gesagt: Ich als Medienkonsument werde meine Aufmerksamkeit und mein Geld dort ausgeben, wo Journalistinnen und Journalisten ihre Recherche und ihre Gedanken präsentieren, nicht fremde. Tun sie das nicht, halte ich das weniger für verwerflich denn für uninteressant.

    • philipp meier

      danke für deine rückmeldung, lieber philippe.

      inzwischen fliegt mind. alle paar wochen auf, dass irgendein journalist irgendwelche mandate hat, die im zusammenhang mit seinen schreibaufträge nicht unproblematisch sind. du wirst nun wohl entgegnen, dass dies die ausnahmen sind, die die regel bestätigen. umgekehrt kann ich behaupten, dass das nur die spitze des eisberges ist.
      so oder so: diese verstrickungen sind keine verschwörungstheorien (übrigens ein ultimatives killerargument)

      wenn wir dein und mein anliegen ernst nehmen möchten, dann sollten wir bei jedem einzelnen artikel festlegen können, welche kräfte in welcher form auf dessen entstehen eingewirkt haben. ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es quasi fast mäzenatisch finanzierte native ads geben wird.

      zwei kleine beispiele:

      native ad: ein reiseanbieter finanziert reportagen über mögliche reiseziele, in denen sehr wohl auch die problematische seiten der destinationen zur sprache kommen.

      journalismus: ich fand es total kontraproduktiv, dass diego yanez einen srf-journi gerügt hat, als dieser in einem tweet einem kollegen/politiker zu seinem neuen amt gratulierte. es wäre doch ein gewinn, wenn wir besser wissen würden, wer hinter den texten steckt, die veröffentlicht werden (auch gerade dann, wenn das geschriebene nicht mit dem background der person zu übereinstimmen scheint…)

    • Philippe Wampfler

      Dann mal konkret: »alle paar wochen auf, dass irgendein journalist irgendwelche mandate hat, die im zusammenhang mit seinen schreibaufträge nicht unproblematisch sind.« Welche Beispiele meinst du?

      (Das Yanez-Beispiel verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht, ja ich lese als Wasser auf meine Mühlen: Yanez hat doch gerade gerügt, dass ein Journalist politischen Einflüssen nicht widerstanden hat…)

      • philipp meier

        die beispiele betreffen wohl eher lobbyisten, die in den medien (nicht selten als experten getarnt;) zu wort kommen. es gibt aber auch (freie) journalistInnen, die immer öfters doppelmandate haben (sie schreiben für print; jedoch auch für firmen).
        alex flach ist ein gutes beispiel. er macht in zürich für einige clubs die gesamte kommunikation und schreibt wöchentlich im tagi eine partyszenenkolumne. wie immer in solchen fällen werden seine verstrickungen nirgends transparent gemacht. da ist mir eine transparent markierte native ad viel lieber.

        deine antwort bezüglich yanez ist total weltfremd. du glaubst allen ernstes an den neutralen und objektiven berichterstatter??? hey, das sind menschen mit gefühlen und anliegen. auch richterInnen (von denen würde ich am ehesten diese totale ausgewogenheit erwarten) haben oft einen vergleichsweise grossen rechtlichen spielraum, den sie in ihrem sinne interpretieren (was sie jeweils natürlich im besten sinne der gesellschaft verstehen; aber schon wir zwei haben eine unterschiedliche vorstellung davon, was gut für die gesellschaft ist;))

      • Philippe Wampfler

        Wie oben schon gesagt: Für mich vermischt sich hier legitime Kritik an journalistischer Praxis mit einem Relativismus, der mir nicht behagt. Natürlich gibt es Journalistinnen und Journalisten, die unsauber arbeiten und Lobbyisten eine Plattform geben. Die Abhängigkeit und Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten – da gebe ich dir gerne Recht – ist ein Problem.
        Aber das heißt nicht, dass es deshalb sinnvoll ist, sich von einem Modell journalistischen Arbeitens zu verabschieden, das sich bewährt hat. Das Wort »Qualität« ist abgenutzt – sagen wir deshalb: Es gibt Standards journalistischer Arbeit, die sich bewährt haben. Werden sie eingehalten, profitieren auch die Leserinnen und Leser davon. Dazu gehört, die andere Seite anzuhören, sich von einem Verlag zahlen zu lassen und nicht von den Werbekunden und allfällige abweichende Interessen auszuweisen. Gegen mehr Transparenz hätte ich nichts einzuwenden – aber nur, weil die fehlt, heißt das nicht, dass das ganze Modell keine Funktion mehr hat.
        Das Modell besagt nicht, dass Menschen ohne Interessen objektiv über Themen sprechen könnten. Natürlich können sie das nicht. Aber ein Interesse zu haben ist nicht dasselbe, wie es in seiner beruflichen Arbeit zu inszenieren und es als Maßstab für seine Arbeit zu nehmen. An Medienschaffende, Lehrpersonen und andere beruflich tätige Menschen kann man die Abmachung herantragen, dass sie auf eine bestimmte Art und Weise kommunizieren. Wenn ich den Social-Media-Kanal meiner Schule betreue, könnte ich natürlich damit auf meine Blogposts verlinken – das läge in meinem Interesse – tue es aber nicht, weil das den Erwartungen an mich widersprechen würde. Niemand nimmt deswegen an, der Account würde von einer interesselosen Maschine gefüllt, sondern: Während dem Betreuen des Kanals werden bestimmte Interessen zurückgestellt und nicht kommuniziert.
        Neben der Objektivität, also dem Verzicht auf alle Interessen, ist ja auch die komplette Transparenz eine Illusion: Niemand kann alle Einflüsse, unter denen er oder sie steht, nach außen kommunizieren. Aber alle können sich während ihrer beruflichen Arbeit an bestimmten Erwartungen orientieren. Deshalb verstehe ich die Kritik von Yanez. Ich verstehe aber auch die Kritik an seiner Erwartung – kurz: Man kann gerne die Erwartungen von Arbeitgebern hinterfragen, aber kaum, dass es solche Erwartungen gibt und geben kann.

  • […] Karl im Bett war immer […]

  • Nina Wild

    Kleinkrieg ist das, was ich hier zu lesen bekomme. Herr Meier, schreiben Sie doch mal was zu Chemtrails, das würde mich, auf öffentliche Medien bezogen wieder zur Leserin machen. Du kannst es dann auch Geo-Engeneering nennen, wär mir auch recht. Aber wenn schon Southpark klarstellt, dass allüberall ein Ad winkt, die Folge, wo die Neue in der Klasse das Ad war, dann wurde zu dem Thema schon alles gesagt. Es regen sie da nur Leute öh auf, die nicht der allgemeinen Vernetzung von allem, also auch dem da und dort präsent sein von Journalisten aufgewachsen sind. Es mag ja mal eine Zeit gegeben haben, da hatte jeder Mensch nur eine Funktion. Die konnte man dann auch easy darstellen. Doch diese Zeit ist vorbei. -Klar, wer nicht sagt, er habe Geld für einen Text oder einen Videobeitrag erhalten, der machst sich strafbar, doch wenn das nicht der Fall ist, wenn sozusagen indirekt Geld verdient wird, wie mit den Beraterhonoraren, die die Poliker nach nach nach ihrer Tägigkeit in politischen Ämtern als Lohn für ihre vergangene politische Arbeit erhalten, als Dank oder eben Bezahlunbg in Nachhinein, dann greift eh kein Gesetz. Also gehe ich davon aus, dass wie bei Southpark dargestellt jeder Mensch eine wandelnde Werbung ist. Darum find ich, das hier Pipifax verhandelt wird. -Doch zu Chemtrails gibts nur in den Alternaitvmedien (alternativ.tv) Informationen, wohl weil, wie die ETH festgestellt hat fast 50% vom Weltbruttosozialprodukt von 40 Firmen erarbeitet wird und diese dann auch noch alle dem Rothschild gehören. Zumindest taucht Rothschild immer irgendwo im Verwaltungsrat oder so auf, wenn man diese Firmen googlet. -Wollte darauf hinweisen, das es unter diesen Umständen relativ egal ist, wenn der oder die Medienschaffende nicht transparent macht, dass insgeheim diese oder jene Interessen verfolgt werden. Da ja doch alle Medien wieder die Geldelite als Besitzer haben, kann dort niemand arbeiten, der wirklich eigene Gedanken denkt. -Falls ich mich mit meinem Kommentar sehr vom Blogpost entfernt habe, dann liegt das daran, dass ich nach einigen Sätzen merkte, dass diesen zu lesen nicht lohnt. Ich lese auch die Gratiszeitungen nicht mehr und auch keine Tageszeitungen. Wenn ich dann nach langem wieder rein schaue, fällt mir um so mehr auf, wie eigentlich jeder Artikel tendenziös ist. Im Moment ist gerade das Helfersyndrom im Zusammenhang mit den Flüchtlingen hoch im Kurs, egal wo, überall wird in dieselbe Bresche geschlagen. Dass aber Syrien vor dem ihm aufgezwungenen Krieg keine Staatschulden hatte und somit in keiner Abhängigkeit zu einer westlichen Bank stand, habe ich bislang nur bei alternativ.tv erklärt erhalten. Da ich also nicht den ganzen Thread gelesen habe, weiss ich also gar nicht im Detail, was ich hier kommentiere. Lach. Ich bin dort ausgestiegen, wo ich merkte, dass es um kleinlichen Hickhack geht. Sowas nervt mich in Zeiten von Chemtrail, Zusatzstoffen in der Nahrung, Plastikwahn, Antibiotika in Tierzucht, Lügen der Nahrungmittelindustrie bezüglich Milch, Käse, Eier und Fleisch, Kläranlagen ohne Filterung von Medikamentenrückständen, Verlogenheit der Pharmaindustrie und deren Handlangern, Düngemitteln, Genversuchen, Europas Ländervernichtung zugunsten vom Moloch EU und Schulen und Lehrmitteln, die nix Wesentliches vermitteln.

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