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Endhaltestelle: Angekommen

Von Florina Schwander 24. März 2014 1 Kommentar

Wie so viele andere bin ich in Zürich eine Zugezogene. Ich kann keine Kindheit in Seebach-Thalwil-Altstetten vorweisen und habe die Platzspitz-Szene in meinen Jugendjahren nur aus den Nachrichten mitbekommen. Ich lebe mittlerweile seit knapp fünf Jahren in der Limmatstadt und feiere dieser Tage ein spezielles Jubiläum mit Zürich.

Zürich ist übrigens nicht die erste Stadt, in der ich als Zugezogene über mehrere Jahre gelebt habe; vorher war ich länger in Lausanne und München. Und jedesmal gab es diesen einen Moment, als ich gemerkt habe: Ich bin angekommen. Jetzt ist mir wohl in dieser Stadt. Und dieser Moment in Zürich, der ist jetzt genau vier Jahre her.

Der besagte Moment mag für jeden anders aussehen. Klar habe ich mich beispielsweise in Lausanne bei meinem ersten Apéro in Lutry Plage schon total wohl gefühlt. Und klar hatte ich dasselbe Wohlgefühl bei einem Radler in einer lichtdurchfluteten Strasse mitten in München. Doch das richtige Aha-Erlebnis, das «jetzt bin ich angekommen»-Gefühl habe ich immer erst, wenn ich zum ersten Mal zufällig jemanden auf der Strasse treffe, den ich kenne.

Dann weiss ich, ich kenne mich inzwischen so gut aus, dass ich nicht immer nur mit starrem Blick auf Handy oder Stadtplan durch die Gegend renne, sondern auch mal entspannt hochschauen und Menschen entdecken kann. Ausserdem kenne ich ab diesem Moment auch eine kleine Gruppe netter Menschen – für mich etwas Unerlässliches, um sich in einer Stadt wohlzufühlen. Und dieses erste Zufallstreffen in Zürich, das feiere ich jetzt gegen Ende März.

Diejenige Person behält denn auch eine spezielle Rolle in meinem Leben. Die besagte Person, die mir diesen schönen Moment in Zürich beschert hat, sehe ich auch heute noch häufig, zufällig oder abgemacht. Nächste Woche gehen wir (hoffentlich an der warmen Sonne) im Casablanca «aperölen». Genau dort, wo wir uns vor eben vier Jahren über den Weg gelaufen sind, was mir den Angekommen-Moment beschert hat. Und während ich das schreibe, fällt mir so Bogart-mässig auf: Dieser Moment war der Anfang einer wunderbaren Freundschaft. Nicht nur mit der besagten Freundin, sondern hauptsächlich mit Zürich.

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