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Hoooooi! Oder: eine Hommage an die Zürcher Freundlichkeit

Von Florina Schwander 7. Oktober 2013 5 Kommentare

Ich werde mich bald weltoffeneren Themen zuwenden, doch ein Bern-Züri-Ding möchte ich noch aufgreifen: Die Freundlichkeit. Der zweite Satz eines jeden Berners nach dem schon beschriebenen «Was willst du denn i däm Züri?» war nämlich in fast allen Fällen die simple Feststellung: «Die sind alle so arrogant und unfreundlich da». Und darauf möchte ich in diesem Post eingehen.

Wir kennen Täschligate. Wir kennen alle mindestens ein Restaurant, in dem die Kellner also wirklich so was von unfreundlich sind (bei mir fällt das übrigens mit dem Lokal zusammen, dessen Reservationszeitspanne am Telefon gefühlte 10 Minuten beträgt) und sowieso ist die ganze Bahnhofstrasse (sprich, ganz Zürich) nur von Zombies bevölkert, die entweder aufs Handy oder ihre Aktentasche starren.

Ein Vergleich der Bernerischen mit der Zürcherschen Freundlichkeit liegt mir fern. Fakt ist für mich: Wer Zürich als generell unfreundlich abstempelt, der sollte … aber dazu etwas später. Denn: Wie oft freue ich mich, wenn der Tramfahrer dem ganzen Gefährt einen schönen Tag wünscht. Oder ich ein lang gezogenes Hooooi höre, wenn ich einen Laden betrete. (Sorry Oprah.) Oder mich wildfremde Leute anlachen, wenn ich mal wieder unseren grossen Hund hüte und wir uns in einen vollen Bus quetschen.

Kann eine Stadt per se unfreundlich oder arrogant sein? Nein, sicher nicht. Ich sage nicht, dass Zürcher freundlicher sind als andere Städter, auf gar keinen Fall. Doch, um auf die angefangene Feststellung von vorher zurückzukommen: Wer einfach tutti quanti eine ganze Stadt oder Region als unfreundlich abstempelt, der sollte mal selber in den Spiegel schauen. So. Und ich schaue beim nächsten Post über den Bern-Zürich Tellerrand, versprochen.

Themen:

5 Kommentare

  • Michelle Frey

    „Wer einfach tutti quanti eine ganze Stadt oder Region als unfreundlich abstempelt, der sollte mal selber in den Spiegel schauen.“ Wie wahr, wie wahr. In einer Sache kann ich dir aber nicht ohne weiteres beipflichten – bitte mehr Bern-Zürich Posts! Sehr erfrischend, deine Sichtweise.

  • Florina

    Liebe Michelle, danke fürs Lesen, das freut mich sehr!! Und sag, wo kannst du mir nicht ohne weiteres beipflichten??? 😉

  • Michelle Frey

    Sorry, habe mich nicht klar genug ausgedrückt – du schreibst, dass du auf weitere Bern-Zürich Posts verzichten möchtest, aber ich als ehemalige Uni-Bern-Studentin und nun Stadt-Zürich-Bewohnerin liebe solche Einträge und Vergleiche 😉 Habe aber vollstes Verständnis, dass deine Leseschaft auch andere Themen bevorzugt und du nicht immer über das gleiche schreiben willst 🙂

    • Florina

      Ah, Michelle, deine Worte in meinem Schreib-Ohr! 😉 Wer weiss, vielleicht gibts ja bald wieder Züri-Bern-Bedarf – grad beim Thema ZVV/Bernmobil gäbe es auch noch Potenzial, finde ich. Mir ist das nämlich am Anfang total aufgefallen, dass in Züri alle Tram-Bus-etc-Fahrer nett „Tschüss“ sagen, wenn es einen Fahrerwechsel gibt und den Fahrgästen regelmässig „einen schönen Tag“ wünschen. Vielleicht sagen die Chauffeure das in Bern bei der Endhaltestelle mit der üblichen Verspätung, jedenfalls habe ich nie Ähnliches gehört… ;))) Aber es soll ja auch kein Bern-Bashing werden – schliesslich sind neue Orte meist spannender als die alten und das kanns ja auch nicht sein. Sind dir sonst noch Unterschiede aufgefallen?

  • […] das Grüssen begann ich nachzudenken, nachdem ich Florina Schwanders Hommage an die Zürcher Freundlichkeit gelesen hatte. Sich auf der Strasse zu grüssen ist in der Schweiz ein Zeichen von Freundlichkeit, und dass wir […]

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