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Ich werde nicht Journalist

Von Philipp Meier 22. November 2013 Keine Kommentare

Ich werde nicht JournalistSeit bekannt wurde, dass ich bei watson an Bord gehe, werde ich des öfteren gefragt, ob ich nun Journalist würde. Diese Frage überrascht mich, denn ich gehe eigentlich davon aus, dass ich meine mediale Arbeit fortsetze. Diese hat spätestens 2006 angefangen. Damals eröffnete ich einen Account bei Facebook (der ein paar Jahre später gesperrt wurde), und kurz darauf begann die Kooperation zwischen dem Cabaret Voltaire und rebell.tv.

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Wie zur Findung des Begriffs Dada gibt es auch zum Start der Kooperation zwischen dem Cabaret Voltaire und rebell.tv mindestens zwei Versionen: Zum einen «klaute» Stefan M. Seydel einen Videoschnipsel mit Walter Mehring aus einer Ausstellung, und zum anderen fragte ich mich, ob ich selber bloggen oder mich als Kurator auf die Suche nach Blogs machen sollte, mit denen wir kooperieren könnten (dieser Satz ist definitiv zu lang, aber scheiss‘ drauf…)

Im deutschsprachigen Internet war Stefan M. Seydel mit rebell.tv ein Pionier. Er experimentierte vor knapp zehn Jahren mit Formaten und wühlte sich durch Themen, die in der Medienlandschaft erst heute (vor sich hin) gewälzt werden. Neben vielem anderem lag ihm der Journalismus am Herzen, weshalb er ihn umso kritischer begleitete.

Andere besuchten das MAZ*, ich kuratierte rebell.tv. Dabei realisierte ich, dass wir alle mit der Verbreitung des WorldWideWeb und insbesondere mit Web 2.0 zu Journalisten wurden. Wir filtern, produzieren und teilen Informationen. Ganz selbstverständlich. Deshalb ist der Titel dieses Blogeintrags eigentlich falsch. Aber weil alle unter «Journalismus» immer noch dieses exklusive, penetrante, besserwisserische «Senden! Senden! Senden» verstehen, ist es falsch, dass ich «Journalist» werde.

 

* Nachträglich korrigiert von «die MAZ» in «das MAZ». Danke für die Hinweise.

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