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Gesellschaft

123 Blogposts

Mauern mauern

Von Silvan Gisler 30. Juni 2015 Keine Kommentare

Sie schienen in der Moderne ein überholtes Modell und feiern heute ein vermeintliches Comeback: Wände und Mauern. In den Köpfen aber waren sie wohl nie ganz weg. Sie sind die wichtigste Hürde, welche die liberale Gesellschaft zu überwinden hat.  

Die glücklichste Baustelle der Welt

Von Brigitte Federi 25. Juni 2015 Keine Kommentare

Wir waren im Deutschunterricht für Fremdsprachige bei dem Wort Baustelle angelangt. Ich erklärte, dass es dort Bauarbeiter gäbe, dass das dazugehörende Verb bauen heisse, und – auf Anfrage einer Kursteilnehmerin – dass der Bauer nichts mit der ganzen Sache zu tun habe, sondern auf den Bauernhof gehöre. Dann schloss ich meine Erklärung mit dem Beispielsatz «Zürich ist im Sommer eine Baustelle». Das Gelächter der Klasse zeigte, dass sie die Bedeutung des Wortes verstanden hatten. 

Das Schweigen brechen

Von Christoph Sigrist 8. Juni 2015 Keine Kommentare

Menschenrechte haben die Menschen aufgestellt, um allen zu zeigen, welche Rechte jedem zustehen sollten. Doch da sind Gitter und Mauern, Stiefel und Folter, Ängste und Armut, Demütigung und Repression, die den Menschen ihre Rechte vorenthalten und sie zum Schweigen bringen. 

Ein Plädoyer für Lärm

Von Silvan Gisler 2. Juni 2015 Keine Kommentare

Über den Lärm, der in den Gassen Zürichs herrscht, wird rege diskutiert. Verfolgt man die Diskussionen, könnte man meinen, dass der Lärm allmählich überhandnimmt. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Die Lebendigkeit der Stadt wird laufend domestiziert. Um dem entgegenzuwirken, bräuchte es radikale Änderungen – zum Beispiel Urbanzonen. 

Stau

Von Christoph Sigrist 27. Mai 2015 Keine Kommentare

Schon wieder ein Wochenende mit Staukolonnen hinter uns. Am Gotthard, am San Bernardino: kilometerlange Autoschlangen. Wartende Autolenker, die ihre Hunde ausführen, ihre Kinder beruhigen, alle eingeklemmt zwischen unbekannten Menschen vor und hinter ihnen, manche fluchend, andere gelassen.  

Im Selbstoptimierungs­wahn

Von Brigitte Federi 20. Mai 2015 Keine Kommentare

Wir sollen uns im Griff haben: Pro Tag mindestens 10’000 Schritte gehen, dreimal pro Woche Sport treiben und uns ansonsten einmal im Tag für mindestens 30 Minuten zügig bewegen. Genügend Flüssigkeit (sprich: Wasser) trinken und nicht mehr als die Anzahl Kalorien zu uns nehmen, die uns für unsere Grösse, Alter und Geschlecht zusteht.  

Urban Gardening: Mehr als nur ein Agendaeintrag

Von Brigitte Federi 5. Mai 2015 Keine Kommentare

Von der selbstgezogenen Tomatenstaude auf dem Balkon über gemeinschaftliche Quartiergärten bis hin zum klassischen Schreber- bzw. Familiengarten – wir Stadtzürcher haben verschiedene Möglichkeiten, den aktuellen Trend des Urban Gardening zu pflegen. Gerade in den Familiengärten kommt es aber immer wieder zu Konflikten mit den Alteingesessenen.  

Der Schleier muss weg!

Von Silvan Gisler 30. April 2015 2 Kommentare

Nicht die Burka ist das Problem, sondern unsere eigene Sichtweise auf die Welt, in der wir leben. Es ist eine kulturalistische und elitäre Sichtweise, in der wir verkennen, dass sich die postmigrantische Schweiz schon längst nicht mehr auf eine einzelne Identität festlegen lässt – geschweige denn die Menschen, die darin leben. Der identitäre Schleier gehört endlich abgelegt. 

Katzenjammer

Von Christoph Sigrist 29. April 2015 Keine Kommentare

Ich bin noch einer von der alten Generation und führe deshalb meine Agenda mit Einlageblättern, die ich jedes Jahr neu kaufe. Einerseits bin ich schneller als meine Kollegen, die mit der elektronischen Agenda auf dem Handy immer noch hantieren, wenn ich die Agenda schon längst geschlossen habe. Andererseits habe ich schneller den Überblick über die Wochen, Monate und Jahre, während mein Gegenüber mit rotem Kopf behauptet, der 16. sei ein Montag und nicht ein Dienstag und nicht merkt, dass er schon 2016 aufgeschlagen hat…  

Ein Gruss aus dem Aargau?

Von Brigitte Federi 23. April 2015 2 Kommentare

Beschämend, aber wohl bezeichnend für die heutige Zeit ist, dass ich von gewissen Dingen aus meiner unmittelbaren Umgebung manchmal erst aus den Medien erfahre. Dinge, die ich schon längst entdeckt haben könnte, wenn ich im Tram weniger auf mein Handy starren und mehr aus dem Fenster schauen würde. 

Zwischenräume und Verordnungen

Von Christoph Sigrist 15. April 2015 Keine Kommentare

Niemand bestreitet es: Die beiden Grossmünstertürme machen Zürich aus. Kaum ein Foto unserer Stadt ohne diese Silhouette; Tausende von Besuchenden, die den Turm besteigen und Zürich von oben anschauen. Und wenn dort oben die Fahnen im Wind wehen, weiss jeder und jede: Jetzt feiert Zürich sich selbst, etwa beim Sechseläuten.  

Teppiche und Kerzen

Von Christoph Sigrist 2. April 2015 Keine Kommentare

In Gesprächen, Begegnungen, aber auch per SMS und E-Mail begleite ich unterschiedliche Menschen in schwierigen Situationen. Vor einigen Tagen, an einem Freitagmorgen, schreibt mir eine leidende Person ein SMS: Sie könne die Schmerzen nicht mehr aushalten und möchte sterben und bitte mich, für sie zu beten, dass sie bald gehen dürfe. Ich schreibe ihr zurück, dass ich jetzt gleich im Grossmünster für sie eine Kerze anzünde und bete.  

Hey Zürich: Frühling und Freiheit und so!

Von Silvan Gisler 24. März 2015 2 Kommentare

Ihr kennt sie: Die durch Sonnenstrahlen verursachte, alljährliche städtische Metamorphose von kaltem Beton zu heissem Stein. Kommt Frühling, kommt Glück – und plötzlich ist die Stadt Zürich ein andere. Doch während die Leute nach draussen strömen, wird der öffentliche Raum in der Schweiz zusehends domestiziert.  

Herberge? Eine Frage der Einstellung

Von Christoph Sigrist 19. März 2015 Keine Kommentare

In diesen Tagen wird die «Herberge zur Heimat» in der Geigergasse nach einer langen Phase der Renovation wieder eröffnet. Die Herberge ist ein soziales Werk der Stiftung der Evangelischen Gesellschaft und beherbergt um die 50 Männer, die durch ihr Suchtverhalten, ihre psychischen und psychosomatischen Behinderungen keinen Platz zum Wohnen in der Stadt bekommen haben und hier in unseren «Dorf» eine Heimat finden.  

Lebensqualität kommt von Dada, nicht von Statistik

Von Felix Ghezzi 16. März 2015 3 Kommentare

Statistisch betrachtet, sind Sie selber schuld, wenn Sie in der Stadt Zürich wohnen und unzufrieden sind. Denn einmal mehr hat die Mercer-Studie der Stadt Zürich die Silbermedaille für die weltweit höchste Lebensqualität verliehen – hinter Wien und vor Auckland, München, Vancouver, Düsseldorf, Frankfurt, Genf, Kopenhagen und Sydney.