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Interkultur

17 Blogposts

Die glücklichste Baustelle der Welt

Von Brigitte Federi 25. Juni 2015 Keine Kommentare

Wir waren im Deutschunterricht für Fremdsprachige bei dem Wort Baustelle angelangt. Ich erklärte, dass es dort Bauarbeiter gäbe, dass das dazugehörende Verb bauen heisse, und – auf Anfrage einer Kursteilnehmerin – dass der Bauer nichts mit der ganzen Sache zu tun habe, sondern auf den Bauernhof gehöre. Dann schloss ich meine Erklärung mit dem Beispielsatz «Zürich ist im Sommer eine Baustelle». Das Gelächter der Klasse zeigte, dass sie die Bedeutung des Wortes verstanden hatten. 

Das Schweigen brechen

Von Christoph Sigrist 8. Juni 2015 Keine Kommentare

Menschenrechte haben die Menschen aufgestellt, um allen zu zeigen, welche Rechte jedem zustehen sollten. Doch da sind Gitter und Mauern, Stiefel und Folter, Ängste und Armut, Demütigung und Repression, die den Menschen ihre Rechte vorenthalten und sie zum Schweigen bringen. 

Der Schleier muss weg!

Von Silvan Gisler 30. April 2015 2 Kommentare

Nicht die Burka ist das Problem, sondern unsere eigene Sichtweise auf die Welt, in der wir leben. Es ist eine kulturalistische und elitäre Sichtweise, in der wir verkennen, dass sich die postmigrantische Schweiz schon längst nicht mehr auf eine einzelne Identität festlegen lässt – geschweige denn die Menschen, die darin leben. Der identitäre Schleier gehört endlich abgelegt. 

Teppiche und Kerzen

Von Christoph Sigrist 2. April 2015 Keine Kommentare

In Gesprächen, Begegnungen, aber auch per SMS und E-Mail begleite ich unterschiedliche Menschen in schwierigen Situationen. Vor einigen Tagen, an einem Freitagmorgen, schreibt mir eine leidende Person ein SMS: Sie könne die Schmerzen nicht mehr aushalten und möchte sterben und bitte mich, für sie zu beten, dass sie bald gehen dürfe. Ich schreibe ihr zurück, dass ich jetzt gleich im Grossmünster für sie eine Kerze anzünde und bete.  

«Die Wilden» sind nicht in der Fremde anzusiedeln

Von Felix Ghezzi 31. März 2015 1 Kommentar

Kennengelernt habe ich Bettina Carl vor sieben Jahren. Sie war damals vom Kuratorinnen-Duo «Art Agreement» eingeladen, für einige Wochen die Wände unseres Verlags mit ihren Zeichnungen in einen Ausstellungsort zu verwandeln. Der Zusammenhang mit der Buchwelt war die Verwendung von Textfragmenten in Bettina Carls Bildern und ihr ausgeprägtes Interesse an Sprache und Literatur. 

Herberge? Eine Frage der Einstellung

Von Christoph Sigrist 19. März 2015 Keine Kommentare

In diesen Tagen wird die «Herberge zur Heimat» in der Geigergasse nach einer langen Phase der Renovation wieder eröffnet. Die Herberge ist ein soziales Werk der Stiftung der Evangelischen Gesellschaft und beherbergt um die 50 Männer, die durch ihr Suchtverhalten, ihre psychischen und psychosomatischen Behinderungen keinen Platz zum Wohnen in der Stadt bekommen haben und hier in unseren «Dorf» eine Heimat finden.  

Knapper Wohnraum: Kirchenräume müssen multifunktional werden

Von Christoph Sigrist 5. März 2015 Keine Kommentare

Wohnen in unserer Stadt, das kann zum Problem werden – nicht nur für Tausende von Familien, alleinerziehende Mütter und Väter, Studentinnen und «Stifte», Sans-Papiers und ältere Menschen, sondern auch für den Pfarrer am Grossmünster. Als vor fast drei Jahren die Kirchenpflege entschied, das Kulturhaus «Helferei» zu renovieren, mussten alle Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch alle Arbeitenden, für ein Jahr eine andere Bleibe suchen und finden. 

All die kleinen Huntingtons

Von Silvan Gisler 13. Januar 2015 Keine Kommentare

Nach den Bluttaten in Paris kommen, rufen und marschieren sie wieder: die Kulturkrieger. Gegen den Islam, für das Abendland. Sie geben einem vermeintlichen «Clash of Civilizations» Auftrieb. Hatte Samuel Huntington mit seiner These also Recht?  

Mein Yes zum Frühenglisch

Von Brigitte Federi 18. Dezember 2014 Keine Kommentare

«Mami, was heisst Sale?» «Sale? Das ist das italienische Wort für Salz. Hast Du das auf der Salzpackung gelesen?» «Nein, das steht seit einigen Tagen auf ganz vielen Plakaten in Schaufenstern von Kleiderläden.»  

Qamischli, gleich um die Ecke vom Volkshaus Zürich

Von Christoph Sigrist 13. Dezember 2014 1 Kommentar

Ich möchte heute Negems Stimme Gehör verschaffen. Ich traf sie am vergangenen Sonntag im Volkshaus im «Chreis Cheib», beim Gottesdienst der methodistischen Kirchgemeinde. Beim Abendmahl kam Negem zu mir und verlangte zwei zusätzliche Brotstücke: «Für meine Töchter.» Nach dem Gottesdienst suchte sie mich und begann zu erzählen. Einem Schwall gleich flossen Satz für Satz zu einem unheimlichen und berührenden Bild. 

Muslimisches Bier

Von Christoph Sigrist 4. November 2014 Keine Kommentare

Es gehört zu den schönsten Seiten meines Berufes, durch die Gassen unseres «Dorfes» zu ziehen und an den Türen zu klingeln. Dieses Alltagsgeschäft führt mich zu Menschen mit ihren Sorgen und Nöten, zu versteckter Armut und sichtbarem Reichtum und eröffnet einen Blick hinter die Fassade unserer Stadt. In jeder dieser Begegnungen verdichtet sich die Geschichte von Zürich. 

«Bye, Love!» Britischer Charme im ÖV

Von Florina Schwander 28. Januar 2014 2 Kommentare

Baby on boardIn einem früheren Blogpost habe ich Bern mit Zürich verglichen. Nun war ich vor kurzem in London, und dabei sind mir wieder ein paar Unterschiede aufgefallen zwischen meinen zwei Lieblingsstädten – Zürich als meine Lieblingsstadt zum Leben und London als meine Lieblingsstadt zum Ferien Machen. 

Die Bahnhofstrasse als Grüeziweg?

Von Brigitte Federi 16. Oktober 2013 3 Kommentare

Zum ersten Mal erwachsen fühlte ich mich, als ich von einer Frau auf der Strasse mit «Grüezi» anstatt des üblichen «Hoi» gegrüsst wurde. Ich war damals etwa 12 Jahre alt und alleine unterwegs zu einem Schuhgeschäft, um mir dort Winterstiefel zu kaufen. Dieser Kauf mag zu meinem Erwachsenengefühl beigetragen haben, das erste an mich gerichtete «Grüezi» wäre mir aber auch sonst in Erinnerung geblieben. (Ebenfalls in Erinnerung geblieben ist mir, wie ich von einer Verkäuferin im H&M zum ersten Mal gesiezt wurde. Und wie alt ich mich danach fühlte.)