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Stadtentwicklung

28 Blogposts

Die glücklichste Baustelle der Welt

Von Brigitte Federi 25. Juni 2015 Keine Kommentare

Wir waren im Deutschunterricht für Fremdsprachige bei dem Wort Baustelle angelangt. Ich erklärte, dass es dort Bauarbeiter gäbe, dass das dazugehörende Verb bauen heisse, und – auf Anfrage einer Kursteilnehmerin – dass der Bauer nichts mit der ganzen Sache zu tun habe, sondern auf den Bauernhof gehöre. Dann schloss ich meine Erklärung mit dem Beispielsatz «Zürich ist im Sommer eine Baustelle». Das Gelächter der Klasse zeigte, dass sie die Bedeutung des Wortes verstanden hatten. 

Ein Plädoyer für Lärm

Von Silvan Gisler 2. Juni 2015 Keine Kommentare

Über den Lärm, der in den Gassen Zürichs herrscht, wird rege diskutiert. Verfolgt man die Diskussionen, könnte man meinen, dass der Lärm allmählich überhandnimmt. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Die Lebendigkeit der Stadt wird laufend domestiziert. Um dem entgegenzuwirken, bräuchte es radikale Änderungen – zum Beispiel Urbanzonen. 

Zwischenräume und Verordnungen

Von Christoph Sigrist 15. April 2015 Keine Kommentare

Niemand bestreitet es: Die beiden Grossmünstertürme machen Zürich aus. Kaum ein Foto unserer Stadt ohne diese Silhouette; Tausende von Besuchenden, die den Turm besteigen und Zürich von oben anschauen. Und wenn dort oben die Fahnen im Wind wehen, weiss jeder und jede: Jetzt feiert Zürich sich selbst, etwa beim Sechseläuten.  

Wieso mir die ewige Leier von der internationalen Strahlkraft gehörig auf die Nerven geht

Von Silvan Gisler 9. April 2015 Keine Kommentare

Gleich zwei Kulturleitbilder – vom Kanton Zürich und von der Stadt Winterthur – wurden in den letzten Wochen vorgestellt. Obwohl «Vielfalt», «Nischen», «Freie Szenen» und «Kreativität» ihre Streicheleinheiten kriegen, herrscht vor lauter Leuchttürmen und Strahlkraft am Ende nur Überblendung. 

Hey Zürich: Frühling und Freiheit und so!

Von Silvan Gisler 24. März 2015 2 Kommentare

Ihr kennt sie: Die durch Sonnenstrahlen verursachte, alljährliche städtische Metamorphose von kaltem Beton zu heissem Stein. Kommt Frühling, kommt Glück – und plötzlich ist die Stadt Zürich ein andere. Doch während die Leute nach draussen strömen, wird der öffentliche Raum in der Schweiz zusehends domestiziert.  

Lebensqualität kommt von Dada, nicht von Statistik

Von Felix Ghezzi 16. März 2015 3 Kommentare

Statistisch betrachtet, sind Sie selber schuld, wenn Sie in der Stadt Zürich wohnen und unzufrieden sind. Denn einmal mehr hat die Mercer-Studie der Stadt Zürich die Silbermedaille für die weltweit höchste Lebensqualität verliehen – hinter Wien und vor Auckland, München, Vancouver, Düsseldorf, Frankfurt, Genf, Kopenhagen und Sydney.  

Zürich-Einsiedeln retour

Von Brigitte Federi 12. März 2015 Keine Kommentare

Neulich musste ich an meine Nachbarin denken, eine Frau Mitte siebzig. Sie und ihr etwas älterer Mann hatten sich in Zürich kennengelernt und hier auch ihre drei Kinder grossgezogen. Nachdem der Jüngste ausgezogen war, machten die beiden sich Gedanken über einen Umzug in eine kleinere Wohnung. Und stellten dabei auch den Wohnort Zürich in Frage. «Wir waren inzwischen ja auch schon ein bisschen älter, das Tempo der Stadt schien immer schneller zu werden, und wir überlegten uns, ob es nicht vielleicht Zeit wäre für etwas ganz anderes. Ein Leben auf dem Land.» 

Im Dilemma von Freiraum, Wohnen und Wandel

Von Silvan Gisler 3. März 2015 Keine Kommentare

In Zürich lautet eine der ersten Fragen häufig: «Wo wohnst Du?» Und ob Du nun mit «Oerlikon», «Wiedikon» oder «Seefeld» antwortest, spielt eine Rolle. Bist Du bieder, bist Du hip oder bist Du reich? Manchmal wirkt es so, als ob Dein Wohnort in Zürich Deiner neuen Bekanntschaft mehr über Dich auszusagen scheint als Beruf, Humor, Hobbies, Freunde… 

Das digitale Ortsmuseum

Von Brigitte Federi 26. Februar 2015 Keine Kommentare

Es ist bekanntlich nicht schwierig, sich beim Surfen zu verlieren. Mir ist es vor einigen Tagen wieder einmal passiert, als ich in Facebook auf eine Gruppe stiess, in der sich Leute austauschen, die im Kreis 3 aufgewachsen sind. Da gehöre ich zwar nicht dazu, aber «mein» Kreis ist mir in den über 15 Jahren, in denen ich in Zürich wohne, doch sehr ans Herz gewachsen. Zudem wächst mein Sohn hier auf, und je älter er wird, desto mehr fühlt auch er sich als «Wiediker». 

«Zurich. Gold Made.» Ein paar Ideen wie wir unsere Stadt mit neuem Nationalbank-Gold schmücken könnten

Von Silvan Gisler 27. November 2014 1 Kommentar

Weise Wesen denken in Varianten. Nehmen wir darum mal an, die Goldinitiative wird am Sonntag angenommen: Dann sollten wir uns schnell überlegen, wohin mit dem ganzen unverkäuflichen Gold. Sicher nicht unter Berner Erde! Das wäre Verschwendung. Für Zürich hingegen ergäben sich damit ungeahnte, kreative Entfaltungs-Möglichkeiten. Zeit für eine Liste. 

Sta(d)tus quo?

Von Silvan Gisler 22. Oktober 2014 3 Kommentare

Wachstumskritik hat Hochkonjunktur. Viele Leute, volle Züge – die Parameter der Pessimisten wurden gesetzt, der Nährboden für Ecopop gelegt. Dagegen ankämpfen sollten nun die Städte. Städte wie Zürich und Winterthur. 

Vom Mut, den Rost nicht wegzuputzen

Von Christoph Sigrist 22. Mai 2014 Keine Kommentare

Nun wurde er also eingeweiht, der Hafenkran, und das Horn hörte man nicht, und die Zeitungen waren voll davon, dass das Horn nicht gehört wurde. Eine Wahnsinnsgeschichte, weltbewegend und doch Peanuts. 

Burgstrasse, 8037 Zürich

Von Felix Ghezzi 14. Mai 2014 4 Kommentare

Viele grosse und kleine Denker, Schriftsteller und Künstler taten es schon immer und tun es noch heute: spazieren, flanieren, gehen, um Gedachtes setzen zu lassen, darüber zu sinnieren, auf neue Gedanken zu kommen. Der Philosoph Immanuel Kant tat zur immer gleichen Tageszeit denselben Spaziergang. Das Vertraute gibt einen Rahmen, der nicht ablenkt. Die umgekehrte Strategie besteht darin, von der üblichen Route auszuscheren und eine Strasse früher als gewohnt abzubiegen. Und manchmal, manchmal, da steht man dann etwa in der Burgstrasse in Wipkingen und staunt darüber, dass es in einer einzigen Strasse so viel Unerwartetes und Gegensätzliches zu entdecken gibt. 

Städteblind in Zürich

Von Florina Schwander 10. Februar 2014 1 Kommentar

Jeder kennt das Phänomen der Büroblindheit, wenn man schon zu lange auf einem Beruf arbeitet und gewisse Dinge nicht mehr so sieht, wie ein Aussenstehender sie sieht. Gleiches gilt wahrscheinlich auch für die Beziehung mit dem Partner oder der Familie, dort nennt sich das allerdings Liebe… Ich glaube, dass es dieses Phänomen der Blindheit auch für den Wohnort gibt. Man nimmt die jeweilige Stadt, in der man schon eine Weile lebt, ganz anders wahr, als man dies als frisch Zugezogene tat oder es immer wieder Fremde tun. 

Die unentdeckte Stadt

Von Christoph Sigrist 23. Januar 2014 1 Kommentar

Vergangenes Wochenende besuchte ich mit meinen Konfirmandinnen und Konfirmanden die evangelisch-lutherische Gemeinde. Es gibt ja neben der reformierten Tradition auch die evangelisch-lutherische Prägung von evangelischen Christen. Meist sind es Ärzte, Pflegefachleute, Anwälte oder Industrielle aus Deutschland, die sich in dieser kleinen Gemeinde treffen – also jene Fremden, die uns Einheimische pflegen, verarzten und uns zum Recht verhelfen.