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Stadtratswahlen 2014

16 Blogposts
Wahlbeobachter

Zürich, die gemästete Gans

Von René Scheu 13. März 2014 Keine Kommentare

Es kam, wie es kommen musste. Corine Mauch, die Kluge, ist als Stadtpräsidentin bestätigt. Filippo Leutenegger, der simpatico, hat es in den Stadtrat geschafft. Alle sind zufrieden. Alle lächeln. Alle klopfen sich auf die Schultern. Alles geht seinen Gang. Alles geht wie bisher – bis es eines Tages nicht mehr geht wie bisher.

Die Gans, die  gemästet wird, fühlt sich bekanntlich, als würde sie im Paradies leben. Jeder Tag bringt noch mehr, noch besseres Essen, noch zufriedenere Gesichter, die sie anlächeln, noch sanftere Hände, die sie streicheln – bis der Tag kommt, an dem der Metzger mit dem Beil zum grossen Schwung ausholt. 

Rückblick auf den Wahlkampf

Wer schlief während der Budget­debatte?

Von Adrienne Fichter 18. Februar 2014 1 Kommentar

Die Zürcher Stadtratswahlen standen im Schatten des polarisierenden Abstimmungssonntags. Dies nicht zuletzt aufgrund des wenig aufregenden Ergebnisses von Ersterem: Bis auf die Schwächung des links-grünen Blocks durch den Einzug von Filippo Leutenegger (FDP) fanden keine Erdrutschsiege statt. Die Zeichen stehen also auf rot-grüne Kontinuität mit einem bürgerlicheren Anstrich (6:3-Verhältnis). Da ich als Wahlkampfbloggerin für Karl der Grosse genau hingeschaut habe, sind mir dennoch einige Dinge aufgefallen. Diese möchte ich im Folgenden rekapitulieren.  

Wahlwochenende: An den zukünftigen Diener der Zürcher

Von Christoph Sigrist 6. Februar 2014 Keine Kommentare

Neulich sass ich mit einem Kollegen im Restaurant Mandarin bei der Predigerkirche. Wir diskutierten und redeten uns die Köpfe heiss. Da sah ich eine dorfbekannte Frau am Fenster vorbeigehen. Sie kam schwankend und geduckt durch die Tür, steuerte direkt auf die Theke zu. Mit einem überzeugenden Grundton in ihrer sonoren Stimme schrie sie in die Runde: «Und ich stimm sicher für de Filippo». Neben mir lag der aufgeschlagene Tagi mit dem Inserat für «Corine» und den vielen Prominenten, die sie unterstützen. 

Wahlbeobachter

Meisterin des nüchternen Lächelns contra Strahlemann

Von René Scheu 29. Januar 2014 3 Kommentare

Eigentlich ist alles gesagt. Und eigentlich wissen alle: Corine Mauch ist die alte und die neue Stadtpräsidentin! Herzliche Gratulation.

Sie, die von Medienvertretern wie mir gerne als graue Maus beschrieben wird, hat es den Vielundgerneschreibern gezeigt. Ihre nüchternen Auftritte kontrastieren mit der Originalität-ist-alles-Haltung vieler Zürcher bzw. mit jener ihrer selbsternannten Fürsprecher. Unangenehme Bemerkungen lächelt sie einfach weg. Im Weglächeln hat sie eine Meisterschaft entwickelt, die ihresgleichen sucht. Selbst tiefbürgerliche Wähler sagen mir anerkennend: «Frau Mauch macht ihren Job erstaunlich gut.» 

Wahlbeobachterin

Anleitung: So wählst Du richtig

Von Adrienne Fichter 27. Januar 2014 Keine Kommentare

Wahlanleitung Adrienne FichterNun liegen sie vor mir, die vielen grauen Listen. Die Auswahl der Kandidaten beschränkt sich auf den eigenen Wahlkreis. Soll ich also Kandidaten wählen, die sich besonders für Höngg engagieren?

Oder muss ich die Botschaften in Form von Platitüden unterhalb der Porträts miteinander vergleichen? Oder ist das politische Standpunkte-Matching à la Smartvote das Mass aller Dinge? Wohl von allem ein bisschen. Hier meine subjektive Wahlformel. 

Wahlbeobachterin

In der Höhle des blauen Löwen

Von Adrienne Fichter 14. Januar 2014 2 Kommentare

Top5-Löwe

Letzte Woche begab ich mich freiwillig in die Höhle des blauen Top 5-Löwen. Beim Podium der Top 5 diskutierten die StadtratsanwärterInnen der SVP, FDP und CVP über die Rettung des Gewerbes in der Stadt Zürich.

Wobei «Diskussion» stark übertrieben ist. Die bürgerlichen Kandidaten überschlugen sich mit ihren Voten in der Frage, wer die Bedürfnisse der Gewerbler besser kenne und mehr Parkplätze schaffen könne. Unterhaltsam war die Runde trotz breitem Konsens allemal: dank erfrischender Fragen von einigen erbosten Gewerblern im Publikum und den satirischen – aber ernst gemeinten – Statements von Roland Scheck. 

Wahlbeobachter

Alles Bünzli oder was?

Von René Scheu 10. Januar 2014 4 Kommentare

Filippo LeuteneggerEin aktueller Schnappschuss aus Zürich. Was will uns die Kombination genau sagen?

Filippo Leutenegger soll Stapi werden. Der Mensch. Der Entertainer. Der simpatico. Der Filippo, den alle kennen. Der mit allen per Du ist. Der «einer von uns» ist. 

Wahlbeobachterin

Wer spart sexy?

Von Adrienne Fichter 17. Dezember 2013 4 Kommentare

Es ist Mitte Dezember und der rituelle Budget-Marathon (mit insgesamt 436 Anträgen) ging über die Bühne. Auf der gut gefüllten Tribüne habe ich mir das Spektakel am ersten Tag während ein paar Stunden zu Gemüte geführt und einiges über das Feilschen um Leistungen und über die Diskussionskultur im Gemeinderat gelernt. 

Wahlbeobachter

Lieber klein als kolossal oder Der Strauhof als Chance

Von René Scheu 29. November 2013 Keine Kommentare

Zuerst das Bekenntnis, dann die Moral: Ich bin ein kulturinteressierter Mensch, hege aber eine gewisse Grundskepsis gegenüber Segnungen in Form staatlicher Kultursubventionen. 

Wahlbeobachterin

«Zürich ist ein Ballenberg der Reichen»

Von Adrienne Fichter 28. November 2013 2 Kommentare

Danie FreiDas Kandidatenkarussell für die Stadtratswahlen ist bereits eifrig am Drehen. Die Medien kommentieren derweil die Chancen und Hindernisse für jeden gesetzten Anwärter. Doch die Frist für die Einreichung einer Kandidatur läuft noch bis zum 3. Dezember. Ist das Wahlkampfspiel schon «ausgemacht»? Kommt man nur mit Parteibuch als ernsthafter Kandidat in Frage für ein Amt, bei dem ideologischer Hintergrund im Verlauf der Amtszeit irrelevant wird und dem Pragmatismus weichen muss?

Ein Gespräch via Facebook-Chat mit einem potenziellen weiteren Stadtratskandidaten: dem parteilosen Daniel Frei (selbständiger PR-Berater), der die Community für oder gegen seine Kandidatur entscheiden lässt. Der Auftakt seiner Wahlkampagne beginnt mit diesem Blogpost. 

Wahlbeobachter

An die künftig Regierenden

Von René Scheu 20. November 2013 Keine Kommentare

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Einige gedichtartige Assoziationen aus aktuellem Anlass

In die Regierung
wollen sie alle und freuen sich
sehr und schweigen.

Zürich, Stadt am Fluss,
voller Pfründe und Gaben,
ohne dein Zutun. 

Wahlbeobachter

Die Exoten

Von René Scheu 15. November 2013 Keine Kommentare

Schöne Wahlkampfstimmung kommt auch nach ersten Wahlkampfauftritten noch nicht auf. Der begründete Verdacht der Wahlbeobachter scheint sich vorerst zu bestätigen: Alle wollen irgendwie mit allen, weil sich – rein denklogisch betrachtet – alle nur so alle Optionen offen halten können. 

Wahlbeobachterin

Die Top 5 glänzten erstmal mit Abwesenheit

Von Adrienne Fichter 12. November 2013 2 Kommentare

Stell Dir vor, ein Verband präsentiert seine WunschpolitikerInnen. Und kein einziger von ihnen ist vor Ort. So ähnlich muss sich das vor drei Wochen bei der Präsentation des Forums Zürich der fünf bürgerlichen Stadtratskandidaten zugetragen haben. Womit sich die Fragen aufdrängen: Wie ernst ist das vollmundig verkündete Wahlprogramm «Top 5 – Für ein liberales Zürich» zu nehmen? Und wieviel Eintracht verbirgt sich wirklich hinter der demonstrativen Top 5-Geschlossenheit, die uns neu von sämtlichen Plakatwänden anlächelt? 

Wahlbeobachter

Eine ernsthaft-grün-nachhaltige Sicht auf den Weihnachts­mann

Von René Scheu 7. November 2013 Keine Kommentare

Markus Knauss, Stadtratskandidat für die Grünen, replizierte auf meinen ersten Blog und notierte zum Schluss einen bedenkenswerten Satz: «Ich glaube an die Gestaltungskraft der Politik und darum stelle ich mich zur Wahl.»

So viel Idealismus ist zweifellos ehrenhaft und die Voraussetzung für ernstgemeintes politisches Engagement. 

Wahlbeobachter

Block gegen Block – oder bloss viel Blabla?

Von René Scheu 31. Oktober 2013 4 Kommentare

Ich bin nicht wirklich ein Städter. Auch wenn ich mittendrin stehe, fühle ich mich eher wie ein Beobachter des städtischen Treibens denn als einer, der Teil davon ist. Aber ja, ich habe die Schulen in Zürich besucht, und ich arbeite auch in der Stadt, in der Huldrych Zwingli einst das Evangelium verkündete. Deshalb mime ich ihn gern, den Stadtblogger, oder genauer: den Stadtratsblogger, oder noch genauer: Stadtratswahlblogger.