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Di 01. März Do 31. März 2016 Karl der Grosse

Helles Europa

Editorial März

Mehr Licht.

Wie viel Licht ist noch in Europa? 9 Stunden und 15 Minuten am Tag, sagt der Kalender (Stand bei Redaktionsschluss). Viel weniger als noch im letzten Jahr, seit die Weihnachtsbeleuchtungen verschwunden sind. Grundsätzlich: Immer weniger, je offenherziger diesseits, jenseits und vor allem direkt an der Grenze gegen die Menschenrechte verstossen wird. Weniger Licht: gut für die Verwirklichung der zukünftigen 1000-Watt Gesellschaft. Schlecht für einen Kontinent, der sich von den letzten grossen Kriegen gerade gut genug erholt hat, um sich in neue zu stürzen.

Wir brauchen neue Lichter, sprich Aufklärungen im Multi-Pack. Eine für das angeschlagene Demokratieverständnis, eine für unser geringgesch ätztes Rechtssystem, eine für die rasende Digitalisierung und Vierte Industrielle Revolution, die so schnell ist, dass sie kaum einer bewusst bemerkt, eine für den Umgang mit Religionen (auch die im Multi-Pack). Mehr als 100 Jahr e nach der ersten gesamteuropäischen Nachtwerdung ist die Frage angebracht, wie wieder Licht in die selbstverschuldete Dunkelheit kommt.

Zeit, die Waffen zu aktivieren, die wir nicht der Waffenindustrie schulden: Festhalten an der Universalität der menschlichen W ürde. Denken lernen. Wissen schaffen. Analysieren können. Praktiken des Verstehens, des Verstehen Wollens und des Verständnisses.

Wenn es nicht so abgedroschen wäre, würden wir sagen: Let the sunshine in. Oder mit Goethe: Mehr Licht! Im Rahmen unser es Themenschwerpunkts «Islam für Christen und andersrum» passt hingegen eher: Fiat Lux. Aber wir denken europäisch. Also: Götterfunken, zeigt, was ihr könnt! Für einmal nicht im Energiesparmodus.

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